Warum sind Tierversicherungen wichtig?
Haustiere machen uns nicht nur glücklich und zufrieden, sondern auch gesünder. Dies belegen zumindest neue Studien aus den USA. [5] Leider können unsere geliebten Vierbeiner erkranken oder aufgrund eines Unfalls medizinische Hilfe benötigen. Zum Glück haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für Haustiere in den letzten Jahren stark verbessert und weiterentwickelt. Je nach Art der Erkrankung steigen die Behandlungskosten jedoch schnell auf mehrere Hundert Euro an. Wer dieses Risiko minimieren möchte, der kann heutzutage auf spezielle Tierkrankenversicherungen zurückgreifen, die bestimmte Kosten bei Bedarf übernehmen. Doch welche Kosten decken diese Spezialversicherungen, wann ist der beste Zeitpunkt, solch eine Versicherung abzuschließen und lohnt sich eine Tierkrankenversicherung überhaupt?
Inhalt
Warum sind Tierkrankenversicherungen so beliebt?
Wie hoch ist das Risiko, dass mein Haustier ernsthaft erkrankt?
Welche Behandlungskosten deckt eine Tierkrankenversicherung?
Welche Leistungen werden nicht übernommen?
Besonderheiten einer Tierkrankenversicherung
Gilt der Versicherungsschutz auch im Ausland?
Kann ich eine Tierkrankenversicherung kündigen?
Wann erlischt die Tierkrankenversicherung?
Wann ist eine OP-Tierkrankenversicherung sinnvoll?
Eine Behandlung bei einem Tierarzt oder in einer Tierklinik ist sowohl für das Tier als auch für den Tierbesitzer mit großer Anspannung verbunden. Damit Sie sich in dieser stressigen Zeit keine Sorgen um die Behandlungskosten machen müssen, können Sie auf eine Tierkrankenversicherung zurückgreifen. Die Versicherung schützt Sie vor dem finanziellen Risiko und gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie ihrem Haustier stets die beste Pflege zukommen lassen können. Dieser Umstand kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, wobei Premiumversicherungen selbst die Kosten für Physiotherapie und alternative Heilmethoden übernehmen.
Wie hoch ist das Risiko, dass mein Haustier ernsthaft erkrankt?
Das Risiko einer ernsthaften und kostenintensiven Erkrankung ist abhängig von der Rasse des Haustiers, den Lebensbedingungen und dem Alter. So sind Perserkatzen und Möpse beispielsweise überdurchschnittlich häufig von Atemwegserkrankungen betroffen. Große Hunderassen leiden wiederum besonders im Alter oftmals an Hüftdysplasien. Unabhängig davon ist jedes Haustier der Gefahr eines Unfalls ausgesetzt, der oftmals kostspielige Notfallbehandlungen nach sich zieht. Daher verwundert es nicht, dass mehr als ein Drittel der deutschen Haustierbesitzer in den letzten drei Jahren mit unerwarteten Behandlungskosten konfrontiert wurden. Die durchschnittlichen Behandlungskosten für eine Katze beliefen sich hierbei auf rund 500 Euro. Bei Hunden mussten Tierbesitzer mehr als 1.000 Euro für ungeplante Behandlungskosten aufwenden.
Welche Behandlungskosten deckt eine Tierkrankenversicherung?
Eine gute Tierkrankenversicherung deckt für gewöhnlich die Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen. Zusätzlich werden die Kosten für medizinisch notwendige Operationen übernommen. Einige Versicherungen übernehmen zudem Aufwände im Zusammenhang mit alternativen Behandlungsmethoden, Kosten für Medikamente sowie Ausgaben bei der Unterbringung von Haustieren in einer Tierklinik entstehen. Die Versicherung gilt für gewöhnlich im Inland und im Ausland.
Welche Leistungen werden nicht übernommen?
Sinnvoll ist eine Katzenkrankenversicherung dann, wenn Tierbesitzer die Gesundheit ihrer Stubentiger regelmäßig medizinisch überprüft und versorgt sehen wollen. Gleichzeitig sollte sich die Tierkrankenversicherung für Katzen auch rechnen. Über die Zeit wird das bei noch jungen und gesunden Katzen der Fall sein. Wer sein gesundes Tier so früh wie möglich versichert, darf niedrigere Beiträge erwarten.
Katzenbesitzer und solche, die es noch werden wollen, orientieren sich dabei an dem Risiko bestimmter Gefahrenquellen. Oft sind Freigänger betroffen von Parasitenbefall, Magen-Darm-Erkrankungen oder Verletzungen durch Revierkämpfe. Stubentiger hingegen sind nicht immer sicher vor unzureichend geschützten Balkonen. Krankheiten wie Katzenschnupfen oder Parasitenbefall können jede Katze überraschend treffen.
Besonderheiten einer Tierkrankenversicherung
Für gewöhnlich werden nur gesunde Tiere versichert, wobei die Kostenübernahme von angeborenen Gendefekten mehrheitlich ausgeschlossen wird. Bei vielen Versicherungen gibt es zudem ein Höchstalter sowie ein Mindestalter. So lassen sich Haustiere zumeist erst ab einem Alter von zwei Monaten versichern. Bei älteren Tieren werden oftmals medizinische Gutachten gefordert, die den Gesundheitszustand des Tieres ermitteln. Unabhängig vom Gesundheitszustand des Haustieres ist es jedoch möglich, dass das Haustier aufgrund seines Alters nicht versichert werden kann. Bei einer Hundekrankenversicherung liegt das Höchstalter im Durchschnitt bei sieben Jahren. Im Gegensatz dazu kann eine Katzenkrankenversicherung auch noch für Tiere abgeschlossen werden, die 10 Jahre oder älter sind.
Gibt es Wartezeiten?
Ähnlich wie bei privaten Krankenversicherungen für Menschen gibt es auch bei Tierkrankenversicherungen Wartezeiten. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt drei Monate ab Vertragsbeginn. Abhängig vom gewählten Tarif kann sich die Wartezeit verlängern. Bei der Auswahl einer Versicherung sollten Sie daher darauf achten, dass die Tierarztkosten für Unfälle ohne Wartezeit ab Vertragsbeginn übernommen werden.
Gilt der Versicherungsschutz auch im Ausland?
Aufgrund der unterschiedlichen Versicherungsangebote lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Ein Großteil der renommierten Versicherungsunternehmen bietet jedoch Tarife an, die sowohl die Arztkosten in Deutschland übernehmen als auch Behandlungskosten, die im Ausland anfallen. Bei Auslandsaufenthalten gilt zumeist, dass der durchgehende Auslandsaufenthalt maximal 12 Monate betragen darf.
Kann ich eine Tierkrankenversicherung kündigen?
Tierkrankenversicherungen sind von beiden Seiten kündbar. Das heißt, dass sowohl der Vertragsnehmer als auch der Vertragsgeber das Recht hat, die Versicherung aufzulösen. Es gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. Zusätzlich gibt es nach einem Schadensfall sowie einer Beitragserhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht.
Wann erlischt die Tierkrankenversicherung?
Die Tierkrankenversicherung erlischt, wenn das Haustier verstirbt oder wenn Sie ihr Haustier an einen anderen Besitzer abgeben. In beiden Szenarien haben Sie die Pflicht, das Versicherungsunternehmen über die geänderten Umstände schnellstmöglich zu informieren.
Was sind Vollschutztarife?
Klassische Vollschutztarife decken die Kosten aller medizinisch notwendigen Maßnahmen. Einige Premiumtarife bieten in diesem Zusammenhang Sonderleistungen wie die Übernahme von Zahnbehandlungen oder Vorsorgeuntersuchungen. Auch Leistungen wie Impfungen, Wurmkuren, Homöopathie und Physiotherapie sind in diesen Tarifen inkludiert. Es gibt jedoch jährliche Höchstgrenzen für die jeweiligen Leistungen. Wird die Höchstgrenze überschritten, muss der Tierbesitzer die restlichen Kosten selbst tragen.
Wann ist eine OP-Tierkrankenversicherung sinnvoll?
Eine OP-Tierkrankenversicherung bietet Kostenschutz, wenn Ihr Haustier operiert werden muss. Die Versicherung ist wesentlich günstiger als ein Vollschutztarif. Gleichzeitig können Sie sich sicher sein, dass im Falle einer notwendigen Operation keine hohen Kosten für Sie entstehen. Es gilt jedoch, den Vertrag vorab genau zu studieren. Einige Tarife inkludieren nur ungeplante Operationen, wie beispielsweise Knochenbrüche. Zudem müssen alle Behandlungskosten, die in Verbindung mit der OP stehen, vom Tierhalter bezahlt werden.
Was ist die Gebührenordnung für Tierärzte GOT?
Tierärzte und Tierarztkliniken berechnen für ihre Leistungen den dreifachen Satz der Gebührenordnung (GOT). Einige Versicherungen übernehmen für Standardleistungen den zweifachen Satz der Gebührenordnung. Der dreifache Satz ist vielfach nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei einem Notfall zur Gänze durch die Versicherung gedeckt.
Tipps für die Auswahl der passenden Tierkrankenversicherung
Ausschlaggebende Kriterien für die Wahl der passenden Versicherung sind die Versicherungssumme, das Leistungsspektrum sowie ein etwaiger Selbstbehalt. Bei Katzenkrankenversicherungen empfiehlt sich eine Höchstgrenze von zumindest 1.500 Euro pro Jahr. Für Hundekrankenversicherungen sollte die Höchstgrenze mehr als 3.000 Euro betragen. Im Idealfall weist der Tarif keinen Selbstbehalt auf und bietet dem Haustierbesitzer die freie Wahl, wenn es um den Tierarzt sowie die Tierklinik geht. Je nach Rasse des Tiers sollten zudem keine Ausschlussgründe aufgrund rassespezifischer Erkrankungen bestehen.
Fazit
Haustiere wirken sich positiv auf unsere Psyche aus und steigern unser Wohlbefinden. Damit unsere geliebten Vierbeiner ein langes und gesundes Leben führen können, bedarf es umfassender medizinischer Betreuung. Eine Tierkrankenversicherung kann dabei helfen, das Kostenrisiko zu minimieren, wodurch das Haustier immer optimal versorgt ist. Da der Leistungsumfang von Tierkrankenversicherungen jedoch stark variiert, lohnt es sich, vor Versicherungsabschluss einen unabhängigen Versicherungsberater zu kontaktieren. Dies spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch dafür, dass die beste Versicherungslösung für das Haustier gefunden wird.